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Pressemitteilung, 9. April 2001arbeit für zukunft fordert Entschuldigung vom Kanzler "Kein Recht auf Faulheit" gilt auch für die BundesregierungNach nunmehr zweieinhalbjähriger Amtszeit hat die Regierung noch keinen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geleistet. Das Bündnis für Arbeit dümpelt ohne konkretes Ergebnis vor sich hin. Der Bundeskanzler muss einsehen, dass er das selbst gesetzte Ziel, seinen Erfolg an der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit messen zu lassen, nicht erreichen wird. Deshalb müssen jetzt Schuldige her: die Arbeitslosen. Die erwägten Sanktionen sind nicht neu, schon lange gibt es Möglichkeiten, gegen die schwarzen Schafe unter den Erwerbslosen vorzugehen, von denen sich die Mehrzahl der Betroffenen geschädigt sieht und distanziert. Die von Bundeskanzler Schröder aufgegriffenen Stammtischparolen klingen in den Ohren der Langzeitarbeitslosen wie Hohn. Sie richten sich gegen alle, die sich seit Jahren bemühen, wieder eine Arbeit aufzunehmen. Das unabhängige Aktionsbündnis arbeit für zukunft e.V. fordert daher den Bundeskanzler auf, sich bei den Erwerbslosen für die diffamierenden Äußerungen zu entschuldigen. Pressesprecher Dieter Kübbeler, selbst seit sechs Jahren erwerbslos: "Seinen Spruch "Kein Recht auf Faulheit" sollte Schröder lieber auf die Regierung anwenden. Wir haben schon seit unserer Gründung der Regierung unsere Vorschläge unterbreitet und bei den festgefahrenen Bündnisgesprächen unsere Vermittlung angeboten. Mit dem ARME-SOCKEN-TEPPICH des Ultimedia-Künstlers Hermann Josef Hack haben wir auf die Einzelschicksale der zahlreichen Betroffenen hingewiesen. Diesen Menschen und ihren Familien können wir nicht vermitteln, dass der Regierung nichts anderes einfällt, als die Betroffenen wieder mit alten Vorurteilen zu stigmatisieren." arbeit für zukunft fordert zur wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit:
Pressemitteilungarbeit für zukunft traf sich mit Stumpfe zum Meinungsaustausch: Wichtige Schritte für ein besseres Bündnis
Hack, der vor dem Tagungshotel Bristol den ARME-SOCKEN-TEPPICH als Mahnung ausgebreitet hatte, forderte die Arbeitgeber auf, bei ihren Tarifverhandlungen nicht nur an diejenigen zu denken, die Arbeit haben und Arbeitsplätze vergeben, sondern vor allem an die Millionen Ausgegrenzter. Er appellierte an Stumpfe, dass sich die Arbeitgeber bei den Tarifgesprächen in Bescheidenheit üben sollen. Ferner bat er den Spitzenvertreter im Bündnis für Arbeit, sich dafür einzusetzen, dass die Betroffenen endlich an den Runden Tisch kommen. Stumpfe verwies an den Gastgeber, Bundeskanzler Schröder, der allein dies zu entscheiden habe, räumte aber ein, dass seiner persönlichen Meinung nach auch Vertreter der Betroffenen in die Bündnisrunde gehören, und lobte die Initiative. arbeit für zukunft hatte sich seit Wochen schon bereiterklärt, das festgefahrene Bündnis für Arbeit zu moderieren. Zur Zeit führt arbeit für zukunft Sondierungsgespräche mit den grossen Kirchen, Wissenschaftlern und allen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, um die Verantwortung auf alle Teile der Gesellschaft auszudehnen und statt Grabenkämpfe im Tarifkrieg endlich zukunftsfähige Lösungen in die Tat umzusetzen. Presseinformation und Einladung, 22. Oktober 1999Informations- und Diskussionsforum arbeit für zukunft am 18. November 1999, 19 UhrDas Ehrenamt – Jobkiller oder Ausweg?Ort:
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| Quelle: Reuters |
arbeit für zukunft, das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit, setzt sich als Interessenvertretung von Erwerbslosen und Erwerbstätigen dafür ein, daß alle sich Gedanken über eine würdige und zukunftsfähige Arbeit machen und dies in Taten umsetzen. Das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit kann eine Chance sein, mit allen Kräften der Gesellschaft eine gemeinsame Anstrengung zu unternehmen, um die Herausforderungen anzunehmen. Es muß einerseits konkrete und rasch umsetzbare Schritte unternehmen, um die Situation der Betroffenen hier und jetzt zu verbessern, gleichzeitig Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Gestaltung der Arbeit der Zukunft als kulturelle Aufgabe begreifen, die nicht allein aus ökonomischer Sicht betrachtet und behandelt werden kann. Solange die Betroffenen nicht am Bündnistisch sitzen und ihre Forderungen und Erfahrungen selbst einbringen können, besteht allerdings eine Schieflage, die sich nicht durch andere Interessenvertreter ausgleichen läßt. Mit mehreren Aktionen, z.B. dem ARME-SOCKEN-TEPPICH des Künstlers und Mitgründers Hermann Josef Hack, hat arbeit für zukunft als Vertretung insbesondere von Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen und Frauen, die als erste die Auswirkungen zu spüren bekommen, von Anfang an auf diese Notwendigkeit hingewiesen.
Am 6.7.1999 wird das Bündnis zum dritten Mal im Bundeskanzleramt tagen. arbeit für zukunft wird auch dann wieder vor dem Kanzleramt die Anliegen der Betroffenen vertreten. Unsere Forderungen an das Bündnis wurden als Prüfsteine für eine konkrete Arbeit aus Sicht der Betroffenen aufgestellt. Erst wenn der erste Erwerbslose am Bündnistisch Platz nimmt bzw. Frauen entsprechend ihrer Betroffenheit dort ausreichend vertreten sind, kann man davon ausgehen, daß die offiziell vier Millionen Ausgegrenzten wirklich ernst genommen werden.
Folgende Punkte gehören aus unserer Sicht dringend behandelt:
Durch eine konsequente Neuverteilung können kurzfristig einige hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies ist eine vorrangige Aufgabe für das Bündnis für Arbeit, das seit seinem halbjährigen Bestehen noch keine konkreten Arbeitsplätze geschaffen hat.
Arbeitgebern in allen Bereichen sollte die Selbstverpflichtung auferlegt werden, bei gleicher Qualifikation Arbeitslose bei der Vergabe von Arbeitsplätzen vorrangig zu berücksichtigen. Bereits jetzt können nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) soziale Belange - dazu gehört auch Arbeitslosigkeit - für Neueinstellungen berücksichtigt werden. Fakt ist jedoch, daß zunächst in den Reihen der Arbeitgeber die diskriminierenden Vorurteile gegenüber Arbeitslosen überwunden werden müssen, da in den meisten Fällen nicht persönliche Gründe für die Arbeitslosigkeit maßgeblich gewesen sind, vielmehr Arbeitslose besonders motiviert und qualifiziert sind. Durch die Einstellung von Arbeitslosen leisten die Arbeitgeber nicht nur einen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sondern auch zur Steigerung der Kaufkraft und Verbesserung der Sozial- und Fiskalbilanz.
Im Rahmen der Auseinandersetzung um die Lohnfortzahlung stellten die Gewerkschaften mit Recht die Überstunden zur Disposition. Trotzdem werden nach wie vor betriebliche Überstundenregelungen getroffen. Solange die Gewerkschaften nur davon reden und ihre Betriebsräte weiterhin alle Überstundenzettel querschreiben, wird hier nichts passieren. arbeit für zukunft fordert von den Gewerkschaften das gleiche Engagement beim Abbau der Überstunden wie bei der Diskussion um die Lohnfortzahlung. Nach realistischen Schätzungen würde dies zu ca. 300.000 neuen Arbeitsplätzen führen.
Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (z.B. 630-Mark-Jobs) sind keine Arbeitsplätze. Der von der Regierung eingeschlagene Weg, den Mißbrauch der 630-Mark-Jobs einzudämmen, darf nicht aufgrund des Interessengeheules der Lobbyisten verlassen werden. Immer mehr geringfügige Beschäftigungsverhältnisse haben Arbeitsplätze vernichtet. Wie das neue Gesetz nach wenigen Wochen zeigt, sind bereits die ersten geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in Voll- oder Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt worden. Die weitere Entwicklung sollte erst abgewartet werden, bevor unnötiger Weise nachgebessert wird.
Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist weit größer als das Angebot. Nach Berechnungen des IAB der Bundesanstalt für Arbeit können durch eine Steigerung der Teilzeitarbeit um 5,2% ca. 480.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der öffentliche Dienst muß hier eine Vorreiterrolle übernehmen. Kostenneutrale Anreize oder Arbeitsplatzeinrichtungszuschüsse wären ein richtiger Weg.
Wenn sich unsere Gesellschaft mit den Schwachen solidarisiert, muß sie verhindern, daß zusätzlich zu einem geregelten Vollzeitarbeitsplatz mit tariflicher Bezahlung und sozialer Absicherung weitere Jobs bei ausreichendem Einkommen angenommen werden. In Deutschland haben 528.000 Männer und 183.000 Frauen einen Zweitjob neben einem Vollzeitarbeitsplatz (Statistisches Bundesamt). Nach Schätzungen des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Unternehmensberater werden alleine im Beamtenbereich 400.000 Arbeitsplätze durch Nebenbeschäftigungen blockiert.
Nach seriösen Schätzungen (Quelle: Friedrich Schneider, Linz "Stellt das starke Anwachsen der Schwarzarbeit eine wirtschaftspolitische Herausforderung dar? Einige Gedanken aus volkswirtschaftlicher Sicht", Arbeitspapier 9000806, Jenner 1999) kann man davon ausgehen, daß die Schwarzarbeit allein in 1997 15% des Bruttosozialprodukts ausgemacht hat, das sind 548 Milliarden DM mit steigender Tendenz, mehr als 18 mal soviel wie die 30 Mrd. Eichel-Einsparung! Der volkswirtschaftliche Schaden trifft die gesamte Gesellschaft durch ausbleibende Steuern bzw. Sozialabgaben und vernichtet Arbeitsplätze im 1. Arbeitsmarkt. Nur durch eine konsequente und wirksame Bekämpfung der Schwarzarbeit läßt sich dieser Schaden verringern.
Viele Qualifizierungsmaßnahmen gehen ins Leere, wenn sie nicht am Erfolg ihrer Bemühungen gemessen werden. Was nutzt es, wenn kurzfristig Menschen qualifiziert werden, um dann wieder in die Arbeitslosigkeit zu fallen? Nur wenn auch hier höchste Professionalitäts- und Qualitätsanforderungen zugrunde gelegt und vor allem einer Erfolgskontrolle unterzogen werden, sind die öffentlichen Gelder der Bundesanstalt für Arbeit richtig angelegt.
Der 2. Arbeitsmarkt ist notwendig und sinnvoll zur Unterstützung von Programmen für Jugendliche, Frauen und bestimmte benachteiligte Gruppen. Akzeptabel ist er nur, wenn eine befristete Förderung mit dem Ziel Schaffung von Dauerarbeitsplätzen erfolgt. Der jetzige Verfall des 2. Arbeitsmarktes zum Parkplatz für Arbeitslose und zur Degenerierung zur Sozialpolitik kann nicht hingenommen werden. Die meisten Arbeitslosen sind keine Betreuungsfälle, sie sind motiviert und qualifiziert zu arbeiten. Die Institutionalisierung des 2. Arbeitsmarktes durch Planstellen für Projektleitung, Betreuung etc. hat zu einer permanenten Verwaltung der Arbeitslosigkeit, nicht zur Bekämpfung geführt. arbeit für zukunft fordert daher eine Evaluierung des 2. Arbeitsmarktes.
arbeit für zukunft fordert Mitwirkung in allen Gremien, die auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ausgerichtet sind durch diejenigen, über deren Schicksal dort entschieden wird. Dies trifft vor allem auf das bundesdeutsche Bündnis für Arbeit zu, läßt sich aber genauso für den beschlossenen Europäischen Beschäftigungspakt feststellen: Es kann nicht sein, daß diejenigen, die für die Massenarbeitslosigkeit verantwortlich sind, jetzt unter Ausschluß der Betroffenen versuchen, Lösungen zu finden, die sie jahrelang nicht angeboten haben, oder härter ausgedrückt von einem Erwerbslosen: "Die Täter sitzen am runden Tisch, die Opfer müssen draußen bleiben."
Die über vier Millionen Arbeitslosen müssen ebenso an den Selbstverwaltungsorganen der Bundesanstalt für Arbeit beteiligt werden. Sie wissen am besten, welche Maßnahmen den Erwerbslosen wirklich nutzen.
Viele junge UnternehmerInnen würden gerne das Risiko einer Existenzgründung eingehen, mit dem sie anderen neue Arbeitsplätze schaffen. Was fehlt, sind fachliche Unterstützung im Regulierungsdschungel der Behörden und Risikokapital. Geld ist ausreichend vorhanden, es wird aber nur denen gegeben, die schon reichlich haben. Nur, wenn Existenzgründungen effizient gefördert werden, entstehen neue Arbeitsplätze, vor allem im neuen Dienstleistungssektor.
Will man ein Bündnis für Arbeit schließen, sollte man zunächst einmal den Stellenwert und die Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Gesellschaft diskutieren. Jede Interessengruppe definiert Arbeit für ihre Zwecke anders. Die Würde und kulturelle Bedeutung einer Arbeit, die diesen Namen verdient, kommt dabei zu kurz. arbeit für zukunft fordert eine Grundsatzdiskussion in der Gesellschaft über die Anforderungen an die Arbeit von heute und der Zukunft.
Das neu gegründete Europäische Aktionsbündnis arbeit für zukunft, ein Zusammenschluß von Erwerbslosen und Erwerbstätigen, sucht Arbeitslose, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu schildern. Die Daten und Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit helfen, die Situation der Erwerbslosen zu verstehen und wirksame Abhilfe zu schaffen.
Diskretion und anonyme Bearbeitung werden garantiert. Frauen und Männer, auch Jugendliche, die ihre Situation schildern möchten, werden gebeten, sich bei arbeit für zukunft, Postfach 170 332, 53029 Bonn, zu melden.
Dieter Kübbeler, Pressesprecher von arbeit für zukunft: "Es gibt zwar viele Statistiken über die Arbeitslosigkeit, was fehlt, sind anschauliche Beispiele von Betroffenen, die helfen, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die bisherigen Reaktionen zeigen, daß die meisten nicht wissen, wie sich ein Erwerbsloser fühlt und wie er oder sie denkt." arbeit für zukunft wird die Ergebnisse in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. "Wir rufen alle Betroffenen auf, durch ihre Schilderungen dazu beizutragen, daß ihre Situation verbessert werden kann. Nur wenn sich alle über die Lage der Betroffenen im Klaren sind, wird sich etwas ändern," so Kübbeler, der selbst seit über sechs Jahren arbeitslos ist.
Am 6. April 1999 wurde im Alten Bonner Rathaus das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit arbeit für zukunft gegründet. Der Verein hat seinen Sitz bewußt in Bonn, der Bundesstadt mit internationalen Einrichtungen und europäischer Ausrichtung, gewählt.
Zweck des als gemeinnütziger Verein konzipierten Zusammenschlusses ist ein europäisches Aktionsbündnis aller Teile der Gesellschaft zur Verbesserung der Arbeit der Zukunft. Insbesondere wird der Verein unterstützt von Künstlern, Intellektuellen, Wissenschaftlern, Politikern und Erwerbslosen. Ziel ist es, dass sich nicht nur Erwerbslose, sondern auch diejenigen, die erwerbstätig sind, Gedanken machen und sich aktiv dafür einsetzen, dass eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung und Verteilung der Arbeit erfolgt. Was in der öffentlichen Diskussion bisher immer zu kurz kam: Es sind die Frauen, die als erste die Folgen der drohenden oder eingetretenen Arbeitslosigkeit zu spüren bekommen. Obwohl sie oft besser qualifiziert sind, sind sie die ersten, die ihren Job verlieren. Dies nicht nur zu beklagen, sondern nach neuen Ansätzen und Lösungen zu suchen, hat sich arbeit für zukunft vorgenommen. Der Verein will vermitteln zwischen denjenigen, die Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen, damit unsere Gesellschaft auf dem Weg ins dritte Jahrtausend sich nicht spaltet, sondern damit die Arbeit der Zukunft kreativ, menschenwürdig und gerecht wird.
Die Initiatoren, Hermann Josef Hack und Dieter Kübbeler, schließen damit eine Lücke, einerseits zwischen den regionalen Arbeitsloseninitiativen, die Vor-Ort-Arbeit leisten, sich aber nicht um überregionale und politische Fragen kümmern können, und den großen Interessenverbänden, Funktionären und Politikern. Andererseits zwischen Erwerbslosen und Menschen, die nicht unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Kübbeler gründete vor ca. sechs Jahren eine bundesweit operierende Arbeitslosen-Selbsthilfeinitiative, die er bis vor kurzem leitete. Der Ultimedia-Künstler Hack initiierte schon vor Jahren kostenfreie Internetzugänge für Arme (Virtual Roof - www.hack-roof.de). Gemeinsam mit Kübbeler realisierte er die Aktion ARME-SOCKEN-TEPPICH, zuletzt vor dem Bundeskanzleramt, um auf die notwendige Teilnahme von Erwerbslosen am Bündnis für Arbeit hinzuweisen.
Hermann Josef Hack: "In meiner künstlerischen Arbeit der letzten Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass es zwar vor Ort Initiativen gibt, die Erwerbslose betreuen, es aber keine unabhängige, überregionale und interdisziplinäre Einrichtung gibt, welche die Interessen der Erwerbslosen bzw. derer, die sich für neue Arbeitsformen der Zukunft engagieren, gegenüber den großen Interessenverbänden der Wirtschaft, den Funktionären und Politikern, vertritt.
Wenn es stimmt, dass in Kürze 20% der Gesellschaft ausreichen, um das gesamte Bruttosozialprodukt zu erwirtschaften, stellt sich uns allen die Frage, was 80% der Bevölkerung Sinnvolles und Würdiges tun werden. Hier können Kunst und Kultur eine verantwortungsvolle und spannende Aufgabe zurückgewinnen, die sie in der momentanen Beliebigkeit zu verlieren drohen. Besonders wichtig ist mir, dass wir Frauen erreichen und sie ermutigen, ihre Ansprüche und Rechte wahrzunehmen.
Durch das gemeinsam mit Dieter Kübbeler durchgeführte Kunstprojekt ARME-SOCKEN-TEPPICH gelang es, die Aufmerksamkeit großer Teile der Bevölkerung auf die eigentlichen Hauptpersonen zu lenken, die "armen Socken", um die es bei den Bemühungen für eine zukunftsfähige Arbeitsgestaltung gehen muss. Am Wahltag, dem 27.9.1998, wurde der ARME-SOCKEN-TEPPICH vor Gerhard Schröder ausgerollt, am 7.12.1998 und am 25.2.1999 vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Betroffenen an den Bündnis-Tisch gehören. Mit künstlerischen Aktionen weckt man zwar das Interesse und die Einsicht in die Notwendigkeit politischen Handelns (awareness), dies muss aber aufgenommen werden von einem Aktionsbündnis, wie wir es Ostern gegründet haben. Da es sich nicht um eine national begrenzte Aufgabe handelt, suchen wir bewusst den Kontakt zu unseren europäischen Nachbarn. Hier bestehen schon erste Anknüpfungspunkte."
Dieter Kübbeler, seit mehr als sechs Jahren erwerbslos: "Ich freue mich, dass sich bei arbeit für zukunft vor allem Erwerbstätige für die Interessen von uns Arbeitslosen und somit für die gesamte Gesellschaft einsetzen. Wir haben zahlreiche präzise Vorschläge und Forderungen, die z.B. beim Bündnis für Arbeit berücksichtigt werden müssen, um sofortige Beschäftigung zu ermöglichen."
Ulla Döhnert, bislang aktiv in einer Arbeitsloseninitiave: "Wichtig ist, dass es uns gelungen ist, viele Frauen zu gewinnen. Sie sehen anhand der 80%-Quote im Vorstand, dass wir nicht nur über Arbeit der Zukunft nachdenken, sondern die Hauptbetroffenen selbst aktivieren wollen. Obwohl Frauen bei Prüfungen besser abschneiden und den größten Teil der Hochschulabsolventen bilden, werden sie als erste mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Im Bereich der unbezahlten Bürgerarbeit sind sie es aber, auf die die meiste Arbeit abgeladen wird." Hannelore Schütthut-Walde, ebenfalls arbeitslos: "Dies gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit von Erwerbstätigen und Erwerbslosen an der Frage, wie muss die Arbeit der Zukunft beschaffen sein. Natürlich sind wir nicht die ersten oder gar einzigen, die sich mit der Frage befassen. Bisher liegt der Schwerpunkt allerdings fast ausschließlich auf dem Gebiet der Forschung mit dem Ziel, die ökonomischen Fragen zu klären, um ein Wirtschaften "wie bisher" zu ermöglichen und denjenigen, die es zu Wohlstand gebracht haben, diesen Wohlstand zu sichern. Fragen der Kultur, Würde, Lebensqualität mussten bisher hinten anstehen bzw. kamen nicht vor." Gerlinde Breuer, erfahren in diversen Projekten in der Bürgerarbeit: "arbeit für zukunft will auch und gerade diese Aspekte erforschen und erproben. Dass dies ein hochgestecktes Ziel ist, ist uns bewußt. Wir sehen einen weiten Weg und möchten alle dazu einladen, diesen Weg mit uns zu gehen."
Konkret sind Aktionen geplant, wenn das Bündnis für Arbeit wieder tagt. Für das nächste Jahr bereitet arbeit für zukunft eine große Aktion in Berlin vor, wenn die Regierung dort angekommen ist. Hearings zu speziellen Themen wie z.B. "Sozialauswahl bei Neueinstellungen" sind in Vorbereitung. Für weitere Informationen steht arbeit für zukunft gerne zur Verfügung.
Europäisches Aktionsbündnis für Neue Arbeit gegründet:
arbeit für zukunft stellte sich heute
im KUNSTMUSEUM Bonn der Öffentlichkeit vor
Am 6. April 1999 wurde im Alten Bonner Rathaus das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit arbeit für zukunft gegründet. Der Verein hat seinen Sitz bewußt in Bonn, der Bundesstadt mit internationalen Einrichtungen und europäischer Ausrichtung, gewählt. Heute wurde der Verein im KUNSTMUSEUM Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.
Zweck des als gemeinnütziger Verein konzipierten Zusammenschlusses ist ein europäisches Aktionsbündnis aller Teile der Gesellschaft zur Verbesserung der Arbeit der Zukunft. Insbesondere wird der Verein unterstützt von Künstlern, Intellektuellen, Wissenschaftlern, Politikern und Erwerbslosen. Ziel ist es, dass sich nicht nur Erwerbslose, sondern auch diejenigen, die erwerbstätig sind, Gedanken machen und sich aktiv dafür einsetzen, dass eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung und Verteilung der Arbeit erfolgt. Der Verein will vermitteln zwischen denjenigen, die Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen, damit unsere Gesellschaft auf dem Weg ins dritte Jahrtausend sich nicht spaltet, sondern damit die Arbeit der Zukunft kreativ, menschenwürdig und gerecht wird.
Die Initiatoren, Hermann Josef Hack und Dieter Kübbeler, schließen damit eine Lücke, einerseits zwischen den regionalen Arbeitsloseninitiativen, die Vor-Ort-Arbeit leisten, sich aber nicht um überregionale und politische Fragen kümmern können, und den großen Interessenverbänden, Funktionären und Politikern. Andererseits zwischen Erwerbslosen und Menschen, die nicht unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Kübbeler gründete vor ca. sechs Jahren eine bundesweit operierende Arbeitslosen-Selbsthilfeinitiative, die er bis vor kurzem leitete. Der Ultimedia-Künstler Hack initiierte schon vor Jahren kostenfreie Internetzugänge für Arme (Virtual Roof - www.hack-roof.de). Gemeinsam mit Kübbeler realisierte er die Aktion ARME-SOCKEN-TEPPICH, zuletzt vor dem Bundeskanzleramt, um auf die notwendige Teilnahme von Erwerbslosen am Bündnis für Arbeit hinzuweisen.
Zum Vorsitzenden wurde Hermann Josef Hack (42) gewählt, als Stellvertreterinnen wurden gewählt Gerlinde Breuer, Oecotrophologin, und Ulla Döhnert, Kommunikationstrainerin. Schriftführerin ist Hannelore Schütthut-Walde, Kassiererin Isolde Körner. Dieter Kübbeler (50) ist Ansprechpartner für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.
Hermann Josef Hack: "Sie werden sich fragen, warum ich als Künstler ein Aktionsbündnis für Neue Arbeit gegründet habe. Auch das KUNSTMUSEUM als Ort der ersten Pressekonferenz mag zu diesem Thema eher ungewohnt erscheinen.
In meiner künstlerischen Arbeit der letzten Jahre habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es zwar vor Ort Initiativen gibt, die Erwerbslose betreuen, es aber keine unabhängige, überregionale und interdisziplinäre Einrichtung gibt, welche die Interessen der Erwerbslosen bzw. derer, die sich für neue Arbeitsformen der Zukunft engagieren, gegenüber den großen Interessenverbänden der Wirtschaft, den Funktionären und Politikern, vertritt.
Wenn es stimmt, dass in Kürze 20% der Gesellschaft ausreichen, um das gesamte Bruttosozialprodukt zu erwirtschaften, stellt sich uns allen die Frage, was 80% der Bevölkerung Sinnvolles und Würdiges tun werden. Hier können Kunst und Kultur eine verantwortungsvolle und spannende Aufgabe zurückgewinnen, die sie in der momentanen Beliebigkeit zu verlieren drohen.
Durch das gemeinsam mit Dieter Kübbeler durchgeführte Kunstprojekt ARME-SOCKEN-TEPPICH gelang es, die Aufmerksamkeit großer Teile der Bevölkerung auf die eigentlichen Hauptpersonen zu lenken, die "armen Socken", um die es bei den Bemühungen für eine zukunftsfähige Arbeitsgestaltung gehen muss. Am Wahltag, dem 27.9.1998, wurde der ARME-SOCKEN-TEPPICH vor Gerhard Schröder ausgerollt, am 7.12.1998 und am 25.2.1999 vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Betroffenen an den Bündnis-Tisch gehören. Mit künstlerischen Aktionen weckt man zwar das Interesse und die Einsicht in die Notwendigkeit politischen Handelns (awareness), dies muss aber aufgenommen werden von einem Aktionsbündnis, wie wir es Ostern gegründet haben. Da es sich nicht um eine national begrenzte Aufgabe handelt, suchen wir bewusst den Kontakt zu unseren europäischen Nachbarn. Hier bestehen schon erste Anknüpfungspunkte."
Dieter Kübbeler, seit mehr als sechs Jahren erwerbslos: "Ich freue mich, dass sich bei arbeit für zukunft vor allem Erwerbstätige für die Interessen von uns Arbeitslosen und somit für die gesamte Gesellschaft einsetzen. Wir haben zahlreiche präzise Vorschläge und Forderungen, die z.B. beim Bündnis für Arbeit berücksichtigt werden müssen, um sofortige Beschäftigung zu ermöglichen."
Ulla Döhnert, bislang aktiv in einer Arbeitsloseninitiave: "Wichtig ist, dass es uns gelungen ist, viele Frauen zu gewinnen. Sie sehen anhand der 80%-Quote im Vorstand, dass wir nicht nur über Arbeit der Zukunft nachdenken, sondern die Hauptbetroffenen selbst aktivieren wollen. Obwohl Frauen bei Prüfungen besser abschneiden und den größten Teil der Hochschulabsolventen bilden, werden sie als erste mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Im Bereich der unbezahlten Bürgerarbeit sind sie es aber, auf die die meiste Arbeit abgeladen wird." Hannelore Schütthut-Walde, ebenfalls arbeitslos: "Dies gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit von Erwerbstätigen und Erwerbslosen an der Frage, wie muss die Arbeit der Zukunft beschaffen sein. Natürlich sind wir nicht die ersten oder gar einzigen, die sich mit der Frage befassen. Bisher liegt der Schwerpunkt allerdings fast ausschließlich auf dem Gebiet der Forschung mit dem Ziel, die ökonomischen Fragen zu klären, um ein Wirtschaften "wie bisher" zu ermöglichen und denjenigen, die es zu Wohlstand gebracht haben, diesen Wohlstand zu sichern. Fragen der Kultur, Würde, Lebensqualität mussten bisher hinten anstehen bzw. kamen nicht vor." Gerlinde Breuer, erfahren in diversen Projekten in der Bürgerarbeit: "arbeit für zukunft will auch und gerade diese Aspekte erforschen und erproben. Dass dies ein hochgestecktes Ziel ist, ist uns bewußt. Wir sehen einen weiten Weg und möchten alle dazu einladen, diesen Weg mit uns zu gehen."
Konkret sind Aktionen im Juni geplant, wenn das Bündnis für Arbeit wieder tagt, und zum G7-Gipfel in Köln. Für das nächste Jahr bereitet arbeit für zukunft eine große Aktion in Berlin vor, wenn die Regierung dort angekommen ist. Hearings zu speziellen Themen wie z.B. "Sozialauswahl bei Neueinstellungen" sind in Vorbereitung. Für weitere Informationen steht arbeit für zukunft gerne zur Verfügung.



