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Pressemitteilung, 9. April 2001

arbeit für zukunft fordert Entschuldigung vom Kanzler

"Kein Recht auf Faulheit" gilt auch für die Bundesregierung

Nach nunmehr zweieinhalbjähriger Amtszeit hat die Regierung noch keinen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geleistet.

Das Bündnis für Arbeit dümpelt ohne konkretes Ergebnis vor sich hin. Der Bundeskanzler muss einsehen, dass er das selbst gesetzte Ziel, seinen Erfolg an der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit messen zu lassen, nicht erreichen wird.

Deshalb müssen jetzt Schuldige her: die Arbeitslosen. Die erwägten Sanktionen sind nicht neu, schon lange gibt es Möglichkeiten, gegen die schwarzen Schafe unter den Erwerbslosen vorzugehen, von denen sich die Mehrzahl der Betroffenen geschädigt sieht und distanziert.

Die von Bundeskanzler Schröder aufgegriffenen Stammtischparolen klingen in den Ohren der Langzeitarbeitslosen wie Hohn. Sie richten sich gegen alle, die sich seit Jahren bemühen, wieder eine Arbeit aufzunehmen.

Das unabhängige Aktionsbündnis arbeit für zukunft e.V. fordert daher den Bundeskanzler auf, sich bei den Erwerbslosen für die diffamierenden Äußerungen zu entschuldigen.

Pressesprecher Dieter Kübbeler, selbst seit sechs Jahren erwerbslos: "Seinen Spruch "Kein Recht auf Faulheit" sollte Schröder lieber auf die Regierung anwenden. Wir haben schon seit unserer Gründung der Regierung unsere Vorschläge unterbreitet und bei den festgefahrenen Bündnisgesprächen unsere Vermittlung angeboten. Mit dem ARME-SOCKEN-TEPPICH des Ultimedia-Künstlers Hermann Josef Hack haben wir auf die Einzelschicksale der zahlreichen Betroffenen hingewiesen. Diesen Menschen und ihren Familien können wir nicht vermitteln, dass der Regierung nichts anderes einfällt, als die Betroffenen wieder mit alten Vorurteilen zu stigmatisieren."

arbeit für zukunft fordert zur wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit:

  • Sozialauswahl bei Neueinstellungen
  • Abbau von Überstunden
  • wirksame Bekämpfung der Schwarzarbeit
  • Mitwirkung der Betroffenen im Bündnis für Arbeit und anderen Gremien, in denen bisher nur über die Betroffenen, nicht mit ihnen geredet wird.

Pressemitteilung

arbeit für zukunft traf sich mit Stumpfe zum Meinungsaustausch:

Wichtige Schritte für ein besseres Bündnis

Am Rande des gescheiterten Metaller-Spitzengesprächs am 18. Januar in Bonn empfing der Präsident des Gesamtverbandes der metallindustriellen Arbeitgeberverbände, Dr. Werner Stumpfe, den Vorsitzenden des Aktionsbündnisses arbeit für zukunft e.V., Hermann Josef Hack, und den Pressesprecher Dieter Kübbeler zu einem Meinungsaustausch.

Hack, der vor dem Tagungshotel Bristol den ARME-SOCKEN-TEPPICH als Mahnung ausgebreitet hatte, forderte die Arbeitgeber auf, bei ihren Tarifverhandlungen nicht nur an diejenigen zu denken, die Arbeit haben und Arbeitsplätze vergeben, sondern vor allem an die Millionen Ausgegrenzter. Er appellierte an Stumpfe, dass sich die Arbeitgeber bei den Tarifgesprächen in Bescheidenheit üben sollen. Ferner bat er den Spitzenvertreter im Bündnis für Arbeit, sich dafür einzusetzen, dass die Betroffenen endlich an den Runden Tisch kommen. Stumpfe verwies an den Gastgeber, Bundeskanzler Schröder, der allein dies zu entscheiden habe, räumte aber ein, dass seiner persönlichen Meinung nach auch Vertreter der Betroffenen in die Bündnisrunde gehören, und lobte die Initiative.

arbeit für zukunft hatte sich seit Wochen schon bereiterklärt, das festgefahrene Bündnis für Arbeit zu moderieren. Zur Zeit führt arbeit für zukunft Sondierungsgespräche mit den grossen Kirchen, Wissenschaftlern und allen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien, um die Verantwortung auf alle Teile der Gesellschaft auszudehnen und statt Grabenkämpfe im Tarifkrieg endlich zukunftsfähige Lösungen in die Tat umzusetzen.

Presseinformation und Einladung, 22. Oktober 1999

Informations- und Diskussionsforum arbeit für zukunft am 18. November 1999, 19 Uhr

Das Ehrenamt – Jobkiller oder Ausweg?

Ort:
Verein an der Synagoge,
Franziskanerstr. 5,
53113 Bonn (Eingang Stadtmuseum)

Protokolle des Diskussionsform

In der heutigen Freizeitgesellschaft wird das Ehrenamt von vielen als sinnvolle Beschäftigung wiederentdeckt. Ganze gesellschaftliche Sparten wären ohne ehrenamtliche Helfer nicht lebensfähig, sagen die Betreiber von caritativen Organisationen. Wie aber verträgt es sich, dass immer mehr Menschen, die finanziell abgesichert, d.h. berufstätig oder Bezieher von Ruhestandsgehältern sind, ihre Arbeit verschenken, während die Zahl der Erwerbslosen wächst? Besteht nicht die Gefahr, dass durch die kostenlosen Dienstleistungen von Erwerbstätigen denen, die aus dem Erwerbsleben ausgegrenzt wurden, eine Chance auf Beschäftigung verwehrt wird?

Diskussion

Ein Informations- und Diskussionsforum von arbeit für zukunft e.V., der bundesweiten Interessenvertretung von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, soll die Argumente der Befürworter und Kritiker des Ehrenamtes beleuchten und den TeilnehmerInnen die Gelegenheit bieten, sich selbst ein Bild über die Zukunft des Ehrenamtes zu verschaffen.

Unter der Moderation von Stephan Lorz, Leiter der Wirtschaftsredaktion des Rheinischen Merkurs, werden Vertreter von caritativen Einrichtungen, aus Wissenschaft und Forschung und Betroffene zum Thema diskutieren. Bisher haben zugesagt: Dr. Ernst Kistler, Internationales Institut für Empirische Sozialökonomie, Dr. Baldas, Deutscher Caritas-Verband, ein Vertreter des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Birgit Donath, Bonn Your.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Vereins an der Synagoge, Franziskanerstr. 5 (Eingang neben dem Stadtmuseum), in Bonn am 18. November 1999, um 19 Uhr statt.

Der Eintritt ist frei.

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an dieser Veranstaltung ein und freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Pressemitteilung, 26. August 1999

Sparpaket: Zurück an den Absender!

Wer Einnahmemöglichkeiten verschenkt, sollte nicht bei den Armen hausieren gehen

Der Gesetzentwurf zum 30 Milliarden-Mark umfassenden Sparpaket wird von arbeit für zukunft abgelehnt. Pressesprecher Dieter Kübbeler heute vor Medienvertretern in Bonn: "Vom Grundsatz her muss eine Haushaltskonsolidierung vorgenommen werden, schon um die nachfolgenden Generationen von ihrer Erblast zu befreien. Die von der jetzigen Regierung in der Vergangenheit angeprangerte Politik des Verteilens von unten nach oben wird allerdings von denen fortgesetzt, die für eine Umverteilung zugunsten der Schwachen angetreten sind. Wieder einmal trifft es Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und RentnerInnen, denen der Griff in die Tasche besonders weh tut. Diese sagen einstimmig: Annahme verweigert, zurück an den Absender!"

Statt bei den Ausgaben für sozial Schwache zu sparen, schlägt arbeit für zukunft vor, die Einnahmesituation des Staates zu verbessern. Dies muss vor allem durch eine wirksame und konsequente Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Steuerhinterziehung erfolgen. Die Regierung sollte wissen, dass allein die Schwarzarbeit nach wissenschaftlichen Schätzungen in 1997 15% des Bruttosozialproduktes ausmacht, d.s. 548 Milliarden DM mit steigender Tendenz, mehr als achtzehn mal soviel wie die 30 Mrd. Eichel-Einsparung. Dies würde nicht nur die Einnahmen steigern, sondern vor allem Arbeitsplätze schaffen und sichern.

Da Eichels Sparpaket kein Beitrag für mehr Wachstum und Beschäftigung ist, wird arbeit für zukunft, nicht locker lassen, auf die Bedürfnisse der Betroffenen hinzuweisen und Vorschläge einzubringen, wie eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit jetzt angegangen werden muss. Weitere Aktionen von arbeit für zukunft, der Interessenvertretung Erwerbstätiger und Erwerbsloser, die sich für eine gerechte und würdige Arbeit in der Zukunft engagieren, sind in Vorbereitung, z.B. um auf die notwendige Beteiligung von Betroffenen am Bündnis für Arbeit aufmerksam zu machen.

 

Pressemitteilung, 25. August 1999

Arbeitslose können Landtagswahl entscheiden

arbeit für zukunft stellt Wahlprüfsteine für Erwerbslose vor

Bonn. Am 5. September sind Landtagswahlen im Saarland. Wie in den anderen Bundesländern zählt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu den erklärten Zielen aller Kandidaten. Das unabhängige und überparteiliche Europäische Aktionsbündnis arbeit für zukunft, in dem Erwerbslose und Erwerbstätige gemeinsam für eine zukunftsfähige Gestaltung der Arbeit vom morgen und die wirksame Reduzierung der Arbeitslosigkeit von heute aktiv sind, hat Wahlprüfsteine für Erwerbslose aufgestellt, mit deren Hilfe sie sich orientieren können, welche Parteien sich für ihre Belange bisher eingesetzt haben bzw. dies als Wahlversprechen abgeben.

Allein in Deutschland sind von den ca. 60,5 Mio. wahlberechtigten BundesbürgerInnen neben den offiziell registrierten über 4 Mio. Arbeitslosen (= 7% der Wahlberechtigten) über 3 Mio. als "stille Reserve" (ABM, Fortbildung und Umschulung etc.) erwerbslos, das sind ca 7,5 Mio. Mit ihren Angehörigen stellt diese Gruppe mit ca. 15 Mio. (= 25%) Wahlberechtigten ein beträchtliches Wählerpotential.

Hermann Josef Hack, Vorsitzender von arbeit für zukunft, heute vor Medienvertretern in Bonn: "Wenn wir davon ausgehen müssen, daß fast ein Viertel der wahlberechtigten Deutschen mittelbar oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind, liegt die Entscheidung darüber, wer unsere Interessen im Saarland vertritt, in der Hand der Erwerbslosen. Daher kann ich nur appellieren: Bitte unbedingt wählen gehen!" Dieter Kübbeler, seit sechs Jahren arbeitslos und Mitbegründer von arbeit für zukunft: "Jetzt können wir Erwerbslosen entscheiden, ob endlich die richtigen Weichen gestellt werden. Wer nicht zur Wahl geht, verschenkt seine Rechte und soll sich nicht wundern, wenn weiter so wenig für unsere Interessen geschieht." Ulla Döhnert, stellvertretende Vorsitzende von arbeit für zukunft, ergänzte: "Gerade wir Frauen sind die ersten, die alle Nachteile der Arbeitslosigkeit zu spüren bekommen. Daher sollten wir unbedingt kritisch prüfen, was die Kandidaten für uns tun und dann zur Wahl gehen." Hack betonte außerdem, daß es keine Lösung sein kann, seine Stimme aus Protest den radikalen Randgruppen zu verschenken und warnte vor Stimmenfängern, die bewußt die Enttäuschung der Erwerbslosen für ihre Zwecke einkalkulieren. Auch Stimmenthaltung nutze nur dem Wahlsieger.

Die Wahlprüfsteine, die von arbeit für zukunft angefordert werden können, lauten:

Ist der/die KandidatIn bzw. die Partei dafür, daß

  • bei Neueinstellungen Arbeitslose bei gleicher Qualifikation vorrangig eingestellt werden?
  • es Arbeitsplätze statt Überstunden geben muß?
  • mehr Teilzeitarbeit angeboten wird?
  • Arbeitslose an den Selbstverwaltungsorganen der sie betreffenden Einrichtungen, u.a. Bundesanstalt für Arbeit, und am Bündnis für Arbeit beteiligt werden?
  • untertarifliche Bezahlung und Niedriglöhne abgeschafft werden?
  • bei ausreichendem Einkommen Zweitjobs reduziert werden?
  • nur bedarfsgerechte Qualifizierungsmaßnahmen durch die Arbeitsämter durchgeführt werden?
  • es keine Parkplätze im 2. Arbeitsmarkt gibt?
  • die Anzahl der geringfügig Beschäftigtenverhältnisse verringert wird?

arbeit für zukunft setzt sich dafür ein, daß die Belange der Betroffenen stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und will den Erwerbslosen Mut machen, sich für ihre Interessen zu engagieren. Hierzu gehört vor allem die Wahrnehmung des Wahlrechts.

 

Pressemitteilung, 24. August 1999

Arbeitslose können Landtagswahl entscheiden

arbeit für zukunft stellt Wahlprüfsteine für Erwerbslose vor

Bonn. Am 5. September sind Landtagswahlen in Brandenburg. Mehr noch als in anderen Bundesländern zählt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu den erklärten Zielen aller Kandidaten. Das unabhängige und überparteiliche Europäische Aktionsbündnis arbeit für zukunft, in dem Erwerbslose und Erwerbstätige gemeinsam für eine zukunftsfähige Gestaltung der Arbeit vom morgen und die wirksame Reduzierung der Arbeitslosigkeit von heute aktiv sind, hat Wahlprüfsteine für Erwerbslose aufgestellt, mit deren Hilfe sie sich orientieren können, welche Parteien sich für ihre Belange bisher eingesetzt haben bzw. dies als Wahlversprechen abgeben.

Allein in Deutschland sind von den ca. 60,5 Mio. wahlberechtigten BundesbürgerInnen neben den offiziell registrierten über 4 Mio. Arbeitslosen (= 7% der Wahlberechtigten) über 3 Mio. als "stille Reserve" (ABM, Fortbildung und Umschulung etc.) erwerbslos, das sind ca 7,5 Mio. Mit ihren Angehörigen stellt diese Gruppe mit ca. 15 Mio. (= 25%) Wahlberechtigten ein beträchtliches Wählerpotential. In Brandenburg liegt das Verhältnis bei mindestens 30%, die betroffen sind.

Hermann Josef Hack (ARME-SOCKEN-TEPPICH), Vorsitzender von arbeit für zukunft, heute vor Medienvertretern in Bonn: "Wenn wir davon ausgehen müssen, daß fast ein Viertel der wahlberechtigten Deutschen mittelbar oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind, liegt die Entscheidung darüber, wer unsere Interessen in Brandenburg vertritt, in der Hand der Erwerbslosen. Daher kann ich nur appellieren: Bitte unbedingt wählen gehen!" Dieter Kübbeler, seit sechs Jahren arbeitslos und Mitbegründer von arbeit für zukunft: "Jetzt können wir Erwerbslosen entscheiden, ob endlich die richtigen Weichen gestellt werden. Wer nicht zur Wahl geht, verschenkt seine Rechte und soll sich nicht wundern, wenn weiter so wenig für unsere Interessen geschieht." Ulla Döhnert, stellvertretende Vorsitzende von arbeit für zukunft, ergänzte: "Gerade wir Frauen sind die ersten, die alle Nachteile der Arbeitslosigkeit zu spüren bekommen. Daher sollten wir unbedingt kritisch prüfen, was die Kandidaten für uns tun und dann zur Wahl gehen." Hack betonte außerdem, daß es keine Lösung sein kann, seine Stimme aus Protest den radikalen Randgruppen zu verschenken und warnte vor Stimmenfängern, die bewußt die Enttäuschung der Erwerbslosen für ihre Zwecke einkalkulieren. Auch Stimmenthaltung nutze nur dem Wahlsieger.

Die Wahlprüfsteine, die von arbeit für zukunft angefordert werden können, lauten:

Ist der/die KandidatIn bzw. die Partei dafür, daß

  • bei Neueinstellungen Arbeitslose bei gleicher Qualifikation vorrangig eingestellt werden?
  • es Arbeitsplätze statt Überstunden geben muß?
  • mehr Teilzeitarbeit angeboten wird?
  • Arbeitslose an den Selbstverwaltungsorganen der sie betreffenden Einrichtungen, u.a. Bundesanstalt für Arbeit, und am Bündnis für Arbeit beteiligt werden?
  • untertarifliche Bezahlung und Niedriglöhne abgeschafft werden?
  • bei ausreichendem Einkommen Zweitjobs reduziert werden?
  • nur bedarfsgerechte Qualifizierungsmaßnahmen durch die Arbeitsämter durchgeführt werden?
  • es keine Parkplätze im 2. Arbeitsmarkt gibt?
  • die Anzahl der geringfügig Beschäftigtenverhältnisse verringert wird?

arbeit für zukunft setzt sich dafür ein, daß die Belange der Betroffenen stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und will den Erwerbslosen Mut machen, sich für ihre Interessen zu engagieren. Hierzu gehört vor allem die Wahrnehmung des Wahlrechts.

 

Wer wir sind:

arbeit für zukunft ist ein eingetragener Verein von Erwerbslosen und Erwerbstätigen, insbesondere Künstlern, Wissenschaftlern, Politikern und allen, die sich Gedanken um die Zukunft der Arbeit machen und sich für eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung der Arbeit engagieren. Wir wollen vermitteln zwischen denjenigen, die Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen. Die Gründer, Medienkünstler Hermann Josef Hack und Dieter Kübbeler, selbst Langzeitarbeitsloser, der über fünf Jahre lang Vorsitzender einer Arbeitsloseninitiative war, wollten die Lücke zwischen den regionalen Initiativen und den Interessenverbänden der Wirtschaft, den Funktionären und Politikern schließen und vor allem für Frauen, Jugendliche und Langzeitarbeitslose eintreten. Da die Probleme nicht vor den Grenzen halt machen, wollen wir gemeinsam mit unseren Nachbarn in Europa interessante Ideen und neue Wege bekanntmachen und unterstützen.

Insbesondere sind uns wichtig die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Kunst und Kultur auf dem Gebiete der Arbeit der Zukunft. Wir wollen auf den Feldern, wo neue Arbeitsformen erprobt werden, auch in der Jugend- und Altenhilfe, neue Beiträge leisten.

Was wir wollen:

Was zu kurz kommt bei der Suche nach Lösungen für die europaweit herrschende Arbeitslosigkeit, sind die Phantasie und die philosophische Ebene. Ein Bewußtsein, daß die Zukunft der Arbeit uns alle angeht und nicht allein das Problem der jetzt Erwerbslosen darstellt, ist noch nicht weit verbreitet. Wenn demnächst 20% der Bevölkerung ausreichen, um das Bruttosozialprodukt für alle zu erwirtschaften, stellt sich die Frage nach würdevoller und sinnvoller Beschäftigung für uns alle neu. Grundsätzlich muß über Bedeutung und Stellenwert menschlicher Arbeit nachgedacht werden.

Dennoch hat arbeit für zukunft konkrete Forderungen, z.B. an das Bündnis für Arbeit, an dem bislang keine Betroffenen beteiligt sind:

Sozialauswahl bei Neueinstellungen, Arbeit statt Überstunden, Reduzierung der geringfügigen Beschäftigung, mehr Teilzeitarbeitsplätze, keine Zweitjobs, wirksame Bekämpfung der Schwarzarbeit,Qualitäts- und Erfolgskontrolle bei Maßnahmen, die durch die Bundesanstalt für Arbeit gefördert werden (Fortbildungs- und Umschulungs-maßnahmen, Zweiter Arbeitsmarkt), Mitwirkung bei allen Gremien, die auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ausgerichtet sind (Bündnis für Arbeit, Selbstverwaltungsorgane der BfA), Bessere Unterstützung bei Existenzgründungen (Risikokapital, fachliche Unterstützung).

Wir brauchen Sie

Wenn wir neue Ideen aufnehmen und erfolgversprechende Wege ausprobieren wollen, ist die gesamte Gesellschaft gefragt. Die Gestaltung und Entwicklung der menschlichen Arbeit kann nicht das Privileg einzelner Gruppen sein, sondern muß gemeinsam mit allen Betroffenen erfolgen. Deshalb laden wir alle ein, sich an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen. Dadurch, daß wir keinen Unterschied machen zwischen Erwerbstätigen und Erwerbslosen, zwischen reich und arm, können sich bei uns alle zu Hause fühlen, denen an einer kreativen und zukunftsfähigen Gestaltung der Arbeit von morgen liegt, ohne die aktuelle Entwicklung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aus den Augen zu verlieren.

Werden Sie Mitglied bei uns und unterstützen Sie unsere unabhängige und überparteiliche arbeit für zukunft.

Nehmen Sie aktiv Teil an der Gestaltung der Arbeit von morgen für Sie bzw. Ihre Kinder oder Enkel.

Lassen Sie sich über die neuesten Entwicklungen und Ereignisse auf dem Gebiet der Arbeit der Zukunft informieren.

Fördern Sie diejenigen, die gute Ideen für die Arbeit von morgen haben.

Mischen Sie sich ein in die Gestaltung Ihrer Zukunft und die unserer Kinder.

Satzung

§ 1 Der Verein soll ins Vereinsregister eingetragen werden und heißt dann:

"arbeit für zukunft e. V."

Er hat seinen Sitz in Bonn.
Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 2 Vereinszweck
(1) Zweck des Vereins ist ein europäisches Aktionsbündnis aller Teile der Gesellschaft zur Verbesserung der Arbeit der Zukunft. Ziel ist es, dass sich nicht nur Erwerbslose, sondern auch diejenigen, die erwerbstätig sind, Gedanken machen und sich aktiv dafür einsetzen, dass eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung und Verteilung der Arbeit erfolgt. Der Verein soll vermitteln zwischen denjenigen, die Lösungen und Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen, damit unsere Gesellschaft auf dem Weg ins dritte Jahrtausend sich nicht spaltet, sondern damit die Arbeit der Zukunft kreativ, menschenwürdig und gerecht wird.

(2) Er verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts ²Steuerbegünstigte Zwecke² der Abgabenordnung.
Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Kunst und Kultur auf dem Gebiete der Arbeit der Zukunft. Ferner soll das europäische Aktionsbündnis der Völkerverständigung dienen und auf den Feldern, wo neue Arbeitsformen erprobt werden, z.B. in der Jugend- oder Altenhilfe, Beiträge leisten. Schliesslich soll der Verein die Belange der Erwerbslosen, insbesondere Frauen, Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser, in der überregionalen Öffentlichkeit vertreten.

(3) Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt z.B. durch

  • Konzeption, Vorbereitung und Durchführung von Fachkongressen, Workshops usw. zum Thema "Arbeit der Zukunft",
  • Organisation von Bildungsveranstaltungen für Erwerbslose und Menschen, die sich für zukunftsfähige Arbeitsformen interessieren,
  • Planung und Durchführung von Kunstaktionen und anderen kulturellen Veranstaltungen, die sich mit dem Thema "Arbeit der Zukunft, neue Arbeitsformen" befassen,
  • Unterstützung wissenschaftlicher Projekte, die sich mit der Erforschung und Erprobung neuer Arbeitsformen beschäftigen
  • Information der Öffentlichkeit zum Thema "Arbeit der Zukunft", z.B. durch Pressekonferenzen und Publikationen wie Internetforum und Informationsbroschüren.

§ 3 Selbstlosigkeit
Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Mitglieder / Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ.
Mitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden.
Die Mitgliederversammlung faßt mit der einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder Beschlüsse, außer die Satzung legt eine andere Mehrheit fest.
Es werden Mitgliedsbeiträge erhoben. Über die Fälligkeit und Höhe entscheidet die Mitgliederversammlung. Bei groben Verletzungen der Vereinspflichten, z. B. Nichtzahlung des Mitgliedsbeitrags trotz einmaliger Mahnung, kann der Vorstand den Ausschluß eines Mitglieds beschließen.
Beschlüsse der Mitgliederversammlung werden durch den in der Mitgliederversammlung gewählten Protokollführer oder eine vorher zu benennende Vertretung protokolliert.
Die Mitgliedschaft endet mit Tod, Austritt oder Ausschluß vom Verein.
Der Austritt kann nur zum Ende eines Kalenderjahres erfolgen und muß 3 Monate vor dem Jahresende schriftlich mitgeteilt werden.
Aufgaben der Mitgliederversammlung:

  • Über Satzungsänderungen beschließt die Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder.
  • Die Mitgliederversammlung nimmt den Jahresbericht und den Revisionsbericht der Revisoren entgegen.
  • Die Mitgliederversammlung beschließt den Vereinshaushalt.
  • Die Mitgliederversammlung beschließt über die Entlastung des Vorstands.
  • Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand für 2 Jahre.

§ 5 Vorstand
Der Vorstand besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Beschlüsse des Vorstands werden mit einfacher Mehrheit gefaßt, hierüber werden schriftliche Protokolle angefertigt.
Der Vorstand bleibt bis zur Wahl eines neuen Vorstandes im Amt.
Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Vorstandsmitglieder vertreten. Die Haftung des Vorstands für leichte Fahrlässigkeit wird ausgeschlossen.
Der Vorstand lädt schriftlich zwei Wochen im voraus mindestens einmal im Jahr zur Mitgliederversammlung ein.
Der 1. Vorsitzende führt die laufenden Vereinsgeschäfte. Ein Vorstandsmitglied darf für seine Tätigkeit als Geschäftsführer eine angemessene Vergütung erhalten.
Stehen der Eintragung im Vereinsregister oder der Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das zuständige Finanzamt bestimmte Satzungsinhalte entgegen, ist der Vorstand berechtigt, entsprechende Änderungen eigenständig durchzuführen. Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme neuer Mitglieder.

§ 6 Auflösung / Wegfall des steuerbegünstigten Zwecks
Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks ist das
Vermögen an eine Körperschaft des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zu übergeben, welche dies ausschließlich und unmittelbar für Zwecke des § 2 dieser Satzung zu verwenden hat.

§ 7 Revision
Die Mitgliederversammlung wählt mindestens eine/n Revisor/in. Die Aufgaben sind die Rechnungsprüfung und die Überprüfung der Einhaltung der Vereinsbeschlüsse.

 

arbeit für zukunft

arbeit für zukunft e.V.

Postfach 170 332
D-53029 Bonn

Tel. 02248-1427 oder
Tel. 02241-33 47 34,
Fax 02241-34 37 87

email: hackhyper@aol.com
Internet: www.hack-roof.de/arbeit-fuer-zukunft

Ihre Ansprechpartner:
Dieter Kübbeler,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 02248-1427

Hermann Josef Hack,
Vorsitzender,
Tel. 02241-33 47 34, Fax -34 37 87

Spendenkonto:
Kreissparkasse Siegburg
Kto.Nr. 120 36 52
BLZ 386 50 000

 

Beitrittserklärung

Um Mitglied im arbeit für zukunft e.V. zu werden downloaden Sie die Beitrittserklärung als PDF (32k), füllen sie aus und schicken es an arbeit für zukunft

download der Beitrittserklärung

 

Pressemitteilung, 7. Juli 1999

Bündnis für Arbeit: Viel Lob für Nichts

Bewertung aus Sicht der Betroffenen am Tag danach

Zehn Monate nach der Bundestagswahl und mehr als vier Monate nach dem letzten Treffen kam gestern Abend das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit in Bonn zum dritten Mal zusammen.

Vor dem Kanzleramt wurden die Teilnehmer wieder von Ultimedia-Künstler Hermann Josef Hack, Mitgründer von arbeit für zukunft, mit dem ARME-SOCKEN-TEPPICH empfangen. Außerdem ließen sich Klaus Zwickel, Dieter Schulte, Hans-Olaf Henkel, Roland Issen sowie Dieter Hundt von Hack Brote in Form von Autos als Symbole für die "Kunst des Teilens" sowie eine Liste von Prüfsteinen für das Bündnis überreichen. Die notwendige Bereitschaft zu teilen wurde im Sinne der Betroffenen, die wieder nicht teilnehmen durften, medienwirksam dargestellt.


Quelle: Reuters

Diese Betroffenen ziehen am Tag danach folgende Bilanz: "Außer unverbindlichen Absichtserklärungen ist nichts herausgekommen", so Pressesprecher Dieter Kübbeler, seit sechs Jahren arbeitslos, "diese Ankündigungen und Wünsche kennen wir schon seit Jahren."

Die Erwerbslosen müssen feststellen, daß keine konkreten Maßnahmen beschlossen wurden, die kurzfristig mehr Wachstum und Beschäftigung bringen. Statt konkrete Ergebnisse zu erzielen, wurden wie üblich immer die bekannten Standpunkte ausgetauscht, um das Bündnis in die vierte Runde zu retten.

Beispiel Abbau der Überstunden: Es sollen Maßnahmen gesucht und gefunden werden, die zum Abbau von Überstunden führen. Hier ist nichts Neues zu erkennen, vielmehr fragen sich die Betroffenen, weshalb von einem Durchbruch gesprochen wird. Die Jahresarbeitszeitkonten werden nicht zu Neueinstellungen führen.

Fazit aus Sicht der Erwerbslosen: Diese Vorgehensweise zeigt, es ist notwendiger denn je, daß die bisherige Trennung von "Tätern", wie es kürzlich ein Langzeitarbeitsloser formulierte, am Bündnistisch und "Opfern" draußen vor der Tür aufgehoben wird. arbeit für zukunft stellt fest: Solange nur diejenigen, die für die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich sind, bzw. die gezeigt haben, daß sie in der Vergangenheit die Probleme nicht lösen konnten, unter sich bleiben, bleibt es bei schönen Absichtserklärungen, die sich am Ende als heiße Luft herausstellen.

arbeit für zukunft stellt sich als Interessenvertreter der Erwerbslosen und Erwerbstätigen als Gesprächspartner für das nächste Bündnis-Gespräch zur Verfügung und wird nicht locker lassen, die Anliegen der Betroffenen in die Öffentlichkeit zu tragen und neue Wege zur Gestaltung der Arbeit in Zukunft vorzustellen.

Quelle: Reuters  

 

 

Pressemitteilung, 6. Juli 1999

Bündnis für Arbeit - Forderungen und Prüfsteine aus Sicht der Betroffenen

arbeit für zukunft, das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit, setzt sich als Interessenvertretung von Erwerbslosen und Erwerbstätigen dafür ein, daß alle sich Gedanken über eine würdige und zukunftsfähige Arbeit machen und dies in Taten umsetzen. Das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit kann eine Chance sein, mit allen Kräften der Gesellschaft eine gemeinsame Anstrengung zu unternehmen, um die Herausforderungen anzunehmen. Es muß einerseits konkrete und rasch umsetzbare Schritte unternehmen, um die Situation der Betroffenen hier und jetzt zu verbessern, gleichzeitig Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Gestaltung der Arbeit der Zukunft als kulturelle Aufgabe begreifen, die nicht allein aus ökonomischer Sicht betrachtet und behandelt werden kann. Solange die Betroffenen nicht am Bündnistisch sitzen und ihre Forderungen und Erfahrungen selbst einbringen können, besteht allerdings eine Schieflage, die sich nicht durch andere Interessenvertreter ausgleichen läßt. Mit mehreren Aktionen, z.B. dem ARME-SOCKEN-TEPPICH des Künstlers und Mitgründers Hermann Josef Hack, hat arbeit für zukunft als Vertretung insbesondere von Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen und Frauen, die als erste die Auswirkungen zu spüren bekommen, von Anfang an auf diese Notwendigkeit hingewiesen.

Am 6.7.1999 wird das Bündnis zum dritten Mal im Bundeskanzleramt tagen. arbeit für zukunft wird auch dann wieder vor dem Kanzleramt die Anliegen der Betroffenen vertreten. Unsere Forderungen an das Bündnis wurden als Prüfsteine für eine konkrete Arbeit aus Sicht der Betroffenen aufgestellt. Erst wenn der erste Erwerbslose am Bündnistisch Platz nimmt bzw. Frauen entsprechend ihrer Betroffenheit dort ausreichend vertreten sind, kann man davon ausgehen, daß die offiziell vier Millionen Ausgegrenzten wirklich ernst genommen werden.

Folgende Punkte gehören aus unserer Sicht dringend behandelt:

Neuverteilung der vorhandenen Arbeit

Durch eine konsequente Neuverteilung können kurzfristig einige hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies ist eine vorrangige Aufgabe für das Bündnis für Arbeit, das seit seinem halbjährigen Bestehen noch keine konkreten Arbeitsplätze geschaffen hat.

Sozialauswahl bei Neueinstellungen - Priorität für Arbeitslose

Arbeitgebern in allen Bereichen sollte die Selbstverpflichtung auferlegt werden, bei gleicher Qualifikation Arbeitslose bei der Vergabe von Arbeitsplätzen vorrangig zu berücksichtigen. Bereits jetzt können nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) soziale Belange - dazu gehört auch Arbeitslosigkeit - für Neueinstellungen berücksichtigt werden. Fakt ist jedoch, daß zunächst in den Reihen der Arbeitgeber die diskriminierenden Vorurteile gegenüber Arbeitslosen überwunden werden müssen, da in den meisten Fällen nicht persönliche Gründe für die Arbeitslosigkeit maßgeblich gewesen sind, vielmehr Arbeitslose besonders motiviert und qualifiziert sind. Durch die Einstellung von Arbeitslosen leisten die Arbeitgeber nicht nur einen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sondern auch zur Steigerung der Kaufkraft und Verbesserung der Sozial- und Fiskalbilanz.

Arbeitsplätze statt Überstunden

Im Rahmen der Auseinandersetzung um die Lohnfortzahlung stellten die Gewerkschaften mit Recht die Überstunden zur Disposition. Trotzdem werden nach wie vor betriebliche Überstundenregelungen getroffen. Solange die Gewerkschaften nur davon reden und ihre Betriebsräte weiterhin alle Überstundenzettel querschreiben, wird hier nichts passieren. arbeit für zukunft fordert von den Gewerkschaften das gleiche Engagement beim Abbau der Überstunden wie bei der Diskussion um die Lohnfortzahlung. Nach realistischen Schätzungen würde dies zu ca. 300.000 neuen Arbeitsplätzen führen.

Reduzierung der geringfügigen Beschäftigungen

Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse (z.B. 630-Mark-Jobs) sind keine Arbeitsplätze. Der von der Regierung eingeschlagene Weg, den Mißbrauch der 630-Mark-Jobs einzudämmen, darf nicht aufgrund des Interessengeheules der Lobbyisten verlassen werden. Immer mehr geringfügige Beschäftigungsverhältnisse haben Arbeitsplätze vernichtet. Wie das neue Gesetz nach wenigen Wochen zeigt, sind bereits die ersten geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in Voll- oder Teilzeitarbeitsplätze umgewandelt worden. Die weitere Entwicklung sollte erst abgewartet werden, bevor unnötiger Weise nachgebessert wird.

Mehr Teilzeitarbeit möglich machen

Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist weit größer als das Angebot. Nach Berechnungen des IAB der Bundesanstalt für Arbeit können durch eine Steigerung der Teilzeitarbeit um 5,2% ca. 480.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der öffentliche Dienst muß hier eine Vorreiterrolle übernehmen. Kostenneutrale Anreize oder Arbeitsplatzeinrichtungszuschüsse wären ein richtiger Weg.

Keine Zweitjobs bei ausreichendem Einkommen

Wenn sich unsere Gesellschaft mit den Schwachen solidarisiert, muß sie verhindern, daß zusätzlich zu einem geregelten Vollzeitarbeitsplatz mit tariflicher Bezahlung und sozialer Absicherung weitere Jobs bei ausreichendem Einkommen angenommen werden. In Deutschland haben 528.000 Männer und 183.000 Frauen einen Zweitjob neben einem Vollzeitarbeitsplatz (Statistisches Bundesamt). Nach Schätzungen des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Unternehmensberater werden alleine im Beamtenbereich 400.000 Arbeitsplätze durch Nebenbeschäftigungen blockiert.

Bekämpfung der Schwarzarbeit

Nach seriösen Schätzungen (Quelle: Friedrich Schneider, Linz "Stellt das starke Anwachsen der Schwarzarbeit eine wirtschaftspolitische Herausforderung dar? Einige Gedanken aus volkswirtschaftlicher Sicht", Arbeitspapier 9000806, Jenner 1999) kann man davon ausgehen, daß die Schwarzarbeit allein in 1997 15% des Bruttosozialprodukts ausgemacht hat, das sind 548 Milliarden DM mit steigender Tendenz, mehr als 18 mal soviel wie die 30 Mrd. Eichel-Einsparung! Der volkswirtschaftliche Schaden trifft die gesamte Gesellschaft durch ausbleibende Steuern bzw. Sozialabgaben und vernichtet Arbeitsplätze im 1. Arbeitsmarkt. Nur durch eine konsequente und wirksame Bekämpfung der Schwarzarbeit läßt sich dieser Schaden verringern.

Qualitäts- und Erfolgskontrolle bei Maßnahmen, die durch die Bundesanstalt für Arbeit gefördert werden

Viele Qualifizierungsmaßnahmen gehen ins Leere, wenn sie nicht am Erfolg ihrer Bemühungen gemessen werden. Was nutzt es, wenn kurzfristig Menschen qualifiziert werden, um dann wieder in die Arbeitslosigkeit zu fallen? Nur wenn auch hier höchste Professionalitäts- und Qualitätsanforderungen zugrunde gelegt und vor allem einer Erfolgskontrolle unterzogen werden, sind die öffentlichen Gelder der Bundesanstalt für Arbeit richtig angelegt.

Keine Parkplätze im 2. Arbeitsmarkt

Der 2. Arbeitsmarkt ist notwendig und sinnvoll zur Unterstützung von Programmen für Jugendliche, Frauen und bestimmte benachteiligte Gruppen. Akzeptabel ist er nur, wenn eine befristete Förderung mit dem Ziel Schaffung von Dauerarbeitsplätzen erfolgt. Der jetzige Verfall des 2. Arbeitsmarktes zum Parkplatz für Arbeitslose und zur Degenerierung zur Sozialpolitik kann nicht hingenommen werden. Die meisten Arbeitslosen sind keine Betreuungsfälle, sie sind motiviert und qualifiziert zu arbeiten. Die Institutionalisierung des 2. Arbeitsmarktes durch Planstellen für Projektleitung, Betreuung etc. hat zu einer permanenten Verwaltung der Arbeitslosigkeit, nicht zur Bekämpfung geführt. arbeit für zukunft fordert daher eine Evaluierung des 2. Arbeitsmarktes.

Mitwirkung von Betroffenen, wo über Betroffene entschieden wird

arbeit für zukunft fordert Mitwirkung in allen Gremien, die auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt ausgerichtet sind durch diejenigen, über deren Schicksal dort entschieden wird. Dies trifft vor allem auf das bundesdeutsche Bündnis für Arbeit zu, läßt sich aber genauso für den beschlossenen Europäischen Beschäftigungspakt feststellen: Es kann nicht sein, daß diejenigen, die für die Massenarbeitslosigkeit verantwortlich sind, jetzt unter Ausschluß der Betroffenen versuchen, Lösungen zu finden, die sie jahrelang nicht angeboten haben, oder härter ausgedrückt von einem Erwerbslosen: "Die Täter sitzen am runden Tisch, die Opfer müssen draußen bleiben."

Die über vier Millionen Arbeitslosen müssen ebenso an den Selbstverwaltungsorganen der Bundesanstalt für Arbeit beteiligt werden. Sie wissen am besten, welche Maßnahmen den Erwerbslosen wirklich nutzen.

Effiziente Unterstützung bei Existenzgründungen

Viele junge UnternehmerInnen würden gerne das Risiko einer Existenzgründung eingehen, mit dem sie anderen neue Arbeitsplätze schaffen. Was fehlt, sind fachliche Unterstützung im Regulierungsdschungel der Behörden und Risikokapital. Geld ist ausreichend vorhanden, es wird aber nur denen gegeben, die schon reichlich haben. Nur, wenn Existenzgründungen effizient gefördert werden, entstehen neue Arbeitsplätze, vor allem im neuen Dienstleistungssektor.

Bedeutung und Stellenwert menschlicher Arbeit

Will man ein Bündnis für Arbeit schließen, sollte man zunächst einmal den Stellenwert und die Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Gesellschaft diskutieren. Jede Interessengruppe definiert Arbeit für ihre Zwecke anders. Die Würde und kulturelle Bedeutung einer Arbeit, die diesen Namen verdient, kommt dabei zu kurz. arbeit für zukunft fordert eine Grundsatzdiskussion in der Gesellschaft über die Anforderungen an die Arbeit von heute und der Zukunft.

 

Pressemitteilung, 11. Juni 1999

arbeit für zukunft sucht Erfahrungen von Erwerbslosen

Das neu gegründete Europäische Aktionsbündnis arbeit für zukunft, ein Zusammenschluß von Erwerbslosen und Erwerbstätigen, sucht Arbeitslose, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu schildern. Die Daten und Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit helfen, die Situation der Erwerbslosen zu verstehen und wirksame Abhilfe zu schaffen.

Diskretion und anonyme Bearbeitung werden garantiert. Frauen und Männer, auch Jugendliche, die ihre Situation schildern möchten, werden gebeten, sich bei arbeit für zukunft, Postfach 170 332, 53029 Bonn, zu melden.

Dieter Kübbeler, Pressesprecher von arbeit für zukunft: "Es gibt zwar viele Statistiken über die Arbeitslosigkeit, was fehlt, sind anschauliche Beispiele von Betroffenen, die helfen, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die bisherigen Reaktionen zeigen, daß die meisten nicht wissen, wie sich ein Erwerbsloser fühlt und wie er oder sie denkt." arbeit für zukunft wird die Ergebnisse in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. "Wir rufen alle Betroffenen auf, durch ihre Schilderungen dazu beizutragen, daß ihre Situation verbessert werden kann. Nur wenn sich alle über die Lage der Betroffenen im Klaren sind, wird sich etwas ändern," so Kübbeler, der selbst seit über sechs Jahren arbeitslos ist.

 

Pressemitteilung, 1. Juni 1999

Europäisches Aktionsbündnis für Neue Arbeit gegründet:

arbeit für zukunft ist vor allem Frauensache

Am 6. April 1999 wurde im Alten Bonner Rathaus das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit arbeit für zukunft gegründet. Der Verein hat seinen Sitz bewußt in Bonn, der Bundesstadt mit internationalen Einrichtungen und europäischer Ausrichtung, gewählt.

Zweck des als gemeinnütziger Verein konzipierten Zusammenschlusses ist ein europäisches Aktionsbündnis aller Teile der Gesellschaft zur Verbesserung der Arbeit der Zukunft. Insbesondere wird der Verein unterstützt von Künstlern, Intellektuellen, Wissenschaftlern, Politikern und Erwerbslosen. Ziel ist es, dass sich nicht nur Erwerbslose, sondern auch diejenigen, die erwerbstätig sind, Gedanken machen und sich aktiv dafür einsetzen, dass eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung und Verteilung der Arbeit erfolgt. Was in der öffentlichen Diskussion bisher immer zu kurz kam: Es sind die Frauen, die als erste die Folgen der drohenden oder eingetretenen Arbeitslosigkeit zu spüren bekommen. Obwohl sie oft besser qualifiziert sind, sind sie die ersten, die ihren Job verlieren. Dies nicht nur zu beklagen, sondern nach neuen Ansätzen und Lösungen zu suchen, hat sich arbeit für zukunft vorgenommen. Der Verein will vermitteln zwischen denjenigen, die Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen, damit unsere Gesellschaft auf dem Weg ins dritte Jahrtausend sich nicht spaltet, sondern damit die Arbeit der Zukunft kreativ, menschenwürdig und gerecht wird.

Die Initiatoren, Hermann Josef Hack und Dieter Kübbeler, schließen damit eine Lücke, einerseits zwischen den regionalen Arbeitsloseninitiativen, die Vor-Ort-Arbeit leisten, sich aber nicht um überregionale und politische Fragen kümmern können, und den großen Interessenverbänden, Funktionären und Politikern. Andererseits zwischen Erwerbslosen und Menschen, die nicht unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Kübbeler gründete vor ca. sechs Jahren eine bundesweit operierende Arbeitslosen-Selbsthilfeinitiative, die er bis vor kurzem leitete. Der Ultimedia-Künstler Hack initiierte schon vor Jahren kostenfreie Internetzugänge für Arme (Virtual Roof - www.hack-roof.de). Gemeinsam mit Kübbeler realisierte er die Aktion ARME-SOCKEN-TEPPICH, zuletzt vor dem Bundeskanzleramt, um auf die notwendige Teilnahme von Erwerbslosen am Bündnis für Arbeit hinzuweisen.

Hermann Josef Hack: "In meiner künstlerischen Arbeit der letzten Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass es zwar vor Ort Initiativen gibt, die Erwerbslose betreuen, es aber keine unabhängige, überregionale und interdisziplinäre Einrichtung gibt, welche die Interessen der Erwerbslosen bzw. derer, die sich für neue Arbeitsformen der Zukunft engagieren, gegenüber den großen Interessenverbänden der Wirtschaft, den Funktionären und Politikern, vertritt.

Wenn es stimmt, dass in Kürze 20% der Gesellschaft ausreichen, um das gesamte Bruttosozialprodukt zu erwirtschaften, stellt sich uns allen die Frage, was 80% der Bevölkerung Sinnvolles und Würdiges tun werden. Hier können Kunst und Kultur eine verantwortungsvolle und spannende Aufgabe zurückgewinnen, die sie in der momentanen Beliebigkeit zu verlieren drohen. Besonders wichtig ist mir, dass wir Frauen erreichen und sie ermutigen, ihre Ansprüche und Rechte wahrzunehmen.

Durch das gemeinsam mit Dieter Kübbeler durchgeführte Kunstprojekt ARME-SOCKEN-TEPPICH gelang es, die Aufmerksamkeit großer Teile der Bevölkerung auf die eigentlichen Hauptpersonen zu lenken, die "armen Socken", um die es bei den Bemühungen für eine zukunftsfähige Arbeitsgestaltung gehen muss. Am Wahltag, dem 27.9.1998, wurde der ARME-SOCKEN-TEPPICH vor Gerhard Schröder ausgerollt, am 7.12.1998 und am 25.2.1999 vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Betroffenen an den Bündnis-Tisch gehören. Mit künstlerischen Aktionen weckt man zwar das Interesse und die Einsicht in die Notwendigkeit politischen Handelns (awareness), dies muss aber aufgenommen werden von einem Aktionsbündnis, wie wir es Ostern gegründet haben. Da es sich nicht um eine national begrenzte Aufgabe handelt, suchen wir bewusst den Kontakt zu unseren europäischen Nachbarn. Hier bestehen schon erste Anknüpfungspunkte."

Dieter Kübbeler, seit mehr als sechs Jahren erwerbslos: "Ich freue mich, dass sich bei arbeit für zukunft vor allem Erwerbstätige für die Interessen von uns Arbeitslosen und somit für die gesamte Gesellschaft einsetzen. Wir haben zahlreiche präzise Vorschläge und Forderungen, die z.B. beim Bündnis für Arbeit berücksichtigt werden müssen, um sofortige Beschäftigung zu ermöglichen."

Ulla Döhnert, bislang aktiv in einer Arbeitsloseninitiave: "Wichtig ist, dass es uns gelungen ist, viele Frauen zu gewinnen. Sie sehen anhand der 80%-Quote im Vorstand, dass wir nicht nur über Arbeit der Zukunft nachdenken, sondern die Hauptbetroffenen selbst aktivieren wollen. Obwohl Frauen bei Prüfungen besser abschneiden und den größten Teil der Hochschulabsolventen bilden, werden sie als erste mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Im Bereich der unbezahlten Bürgerarbeit sind sie es aber, auf die die meiste Arbeit abgeladen wird." Hannelore Schütthut-Walde, ebenfalls arbeitslos: "Dies gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit von Erwerbstätigen und Erwerbslosen an der Frage, wie muss die Arbeit der Zukunft beschaffen sein. Natürlich sind wir nicht die ersten oder gar einzigen, die sich mit der Frage befassen. Bisher liegt der Schwerpunkt allerdings fast ausschließlich auf dem Gebiet der Forschung mit dem Ziel, die ökonomischen Fragen zu klären, um ein Wirtschaften "wie bisher" zu ermöglichen und denjenigen, die es zu Wohlstand gebracht haben, diesen Wohlstand zu sichern. Fragen der Kultur, Würde, Lebensqualität mussten bisher hinten anstehen bzw. kamen nicht vor." Gerlinde Breuer, erfahren in diversen Projekten in der Bürgerarbeit: "arbeit für zukunft will auch und gerade diese Aspekte erforschen und erproben. Dass dies ein hochgestecktes Ziel ist, ist uns bewußt. Wir sehen einen weiten Weg und möchten alle dazu einladen, diesen Weg mit uns zu gehen."

Konkret sind Aktionen geplant, wenn das Bündnis für Arbeit wieder tagt. Für das nächste Jahr bereitet arbeit für zukunft eine große Aktion in Berlin vor, wenn die Regierung dort angekommen ist. Hearings zu speziellen Themen wie z.B. "Sozialauswahl bei Neueinstellungen" sind in Vorbereitung. Für weitere Informationen steht arbeit für zukunft gerne zur Verfügung.

 

pressemitteilung, 15. April 1999

Europäisches Aktionsbündnis für Neue Arbeit gegründet:
arbeit für zukunft stellte sich heute im KUNSTMUSEUM Bonn der Öffentlichkeit vor

Am 6. April 1999 wurde im Alten Bonner Rathaus das Europäische Aktionsbündnis für Neue Arbeit arbeit für zukunft gegründet. Der Verein hat seinen Sitz bewußt in Bonn, der Bundesstadt mit internationalen Einrichtungen und europäischer Ausrichtung, gewählt. Heute wurde der Verein im KUNSTMUSEUM Bonn der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zweck des als gemeinnütziger Verein konzipierten Zusammenschlusses ist ein europäisches Aktionsbündnis aller Teile der Gesellschaft zur Verbesserung der Arbeit der Zukunft. Insbesondere wird der Verein unterstützt von Künstlern, Intellektuellen, Wissenschaftlern, Politikern und Erwerbslosen. Ziel ist es, dass sich nicht nur Erwerbslose, sondern auch diejenigen, die erwerbstätig sind, Gedanken machen und sich aktiv dafür einsetzen, dass eine gerechte und würdige, zukunftsfähige Gestaltung und Verteilung der Arbeit erfolgt. Der Verein will vermitteln zwischen denjenigen, die Auswege aus der Arbeitslosigkeit anbieten, und denjenigen, die sie anwenden sollen, damit unsere Gesellschaft auf dem Weg ins dritte Jahrtausend sich nicht spaltet, sondern damit die Arbeit der Zukunft kreativ, menschenwürdig und gerecht wird.

Die Initiatoren, Hermann Josef Hack und Dieter Kübbeler, schließen damit eine Lücke, einerseits zwischen den regionalen Arbeitsloseninitiativen, die Vor-Ort-Arbeit leisten, sich aber nicht um überregionale und politische Fragen kümmern können, und den großen Interessenverbänden, Funktionären und Politikern. Andererseits zwischen Erwerbslosen und Menschen, die nicht unmittelbar von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Kübbeler gründete vor ca. sechs Jahren eine bundesweit operierende Arbeitslosen-Selbsthilfeinitiative, die er bis vor kurzem leitete. Der Ultimedia-Künstler Hack initiierte schon vor Jahren kostenfreie Internetzugänge für Arme (Virtual Roof - www.hack-roof.de). Gemeinsam mit Kübbeler realisierte er die Aktion ARME-SOCKEN-TEPPICH, zuletzt vor dem Bundeskanzleramt, um auf die notwendige Teilnahme von Erwerbslosen am Bündnis für Arbeit hinzuweisen.

Zum Vorsitzenden wurde Hermann Josef Hack (42) gewählt, als Stellvertreterinnen wurden gewählt Gerlinde Breuer, Oecotrophologin, und Ulla Döhnert, Kommunikationstrainerin. Schriftführerin ist Hannelore Schütthut-Walde, Kassiererin Isolde Körner. Dieter Kübbeler (50) ist Ansprechpartner für Presse und Öffentlichkeitsarbeit.

Hermann Josef Hack: "Sie werden sich fragen, warum ich als Künstler ein Aktionsbündnis für Neue Arbeit gegründet habe. Auch das KUNSTMUSEUM als Ort der ersten Pressekonferenz mag zu diesem Thema eher ungewohnt erscheinen.

In meiner künstlerischen Arbeit der letzten Jahre habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass es zwar vor Ort Initiativen gibt, die Erwerbslose betreuen, es aber keine unabhängige, überregionale und interdisziplinäre Einrichtung gibt, welche die Interessen der Erwerbslosen bzw. derer, die sich für neue Arbeitsformen der Zukunft engagieren, gegenüber den großen Interessenverbänden der Wirtschaft, den Funktionären und Politikern, vertritt.

Wenn es stimmt, dass in Kürze 20% der Gesellschaft ausreichen, um das gesamte Bruttosozialprodukt zu erwirtschaften, stellt sich uns allen die Frage, was 80% der Bevölkerung Sinnvolles und Würdiges tun werden. Hier können Kunst und Kultur eine verantwortungsvolle und spannende Aufgabe zurückgewinnen, die sie in der momentanen Beliebigkeit zu verlieren drohen.

Durch das gemeinsam mit Dieter Kübbeler durchgeführte Kunstprojekt ARME-SOCKEN-TEPPICH gelang es, die Aufmerksamkeit großer Teile der Bevölkerung auf die eigentlichen Hauptpersonen zu lenken, die "armen Socken", um die es bei den Bemühungen für eine zukunftsfähige Arbeitsgestaltung gehen muss. Am Wahltag, dem 27.9.1998, wurde der ARME-SOCKEN-TEPPICH vor Gerhard Schröder ausgerollt, am 7.12.1998 und am 25.2.1999 vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Betroffenen an den Bündnis-Tisch gehören. Mit künstlerischen Aktionen weckt man zwar das Interesse und die Einsicht in die Notwendigkeit politischen Handelns (awareness), dies muss aber aufgenommen werden von einem Aktionsbündnis, wie wir es Ostern gegründet haben. Da es sich nicht um eine national begrenzte Aufgabe handelt, suchen wir bewusst den Kontakt zu unseren europäischen Nachbarn. Hier bestehen schon erste Anknüpfungspunkte."

Dieter Kübbeler, seit mehr als sechs Jahren erwerbslos: "Ich freue mich, dass sich bei arbeit für zukunft vor allem Erwerbstätige für die Interessen von uns Arbeitslosen und somit für die gesamte Gesellschaft einsetzen. Wir haben zahlreiche präzise Vorschläge und Forderungen, die z.B. beim Bündnis für Arbeit berücksichtigt werden müssen, um sofortige Beschäftigung zu ermöglichen."

Ulla Döhnert, bislang aktiv in einer Arbeitsloseninitiave: "Wichtig ist, dass es uns gelungen ist, viele Frauen zu gewinnen. Sie sehen anhand der 80%-Quote im Vorstand, dass wir nicht nur über Arbeit der Zukunft nachdenken, sondern die Hauptbetroffenen selbst aktivieren wollen. Obwohl Frauen bei Prüfungen besser abschneiden und den größten Teil der Hochschulabsolventen bilden, werden sie als erste mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Im Bereich der unbezahlten Bürgerarbeit sind sie es aber, auf die die meiste Arbeit abgeladen wird." Hannelore Schütthut-Walde, ebenfalls arbeitslos: "Dies gilt natürlich auch für die Zusammenarbeit von Erwerbstätigen und Erwerbslosen an der Frage, wie muss die Arbeit der Zukunft beschaffen sein. Natürlich sind wir nicht die ersten oder gar einzigen, die sich mit der Frage befassen. Bisher liegt der Schwerpunkt allerdings fast ausschließlich auf dem Gebiet der Forschung mit dem Ziel, die ökonomischen Fragen zu klären, um ein Wirtschaften "wie bisher" zu ermöglichen und denjenigen, die es zu Wohlstand gebracht haben, diesen Wohlstand zu sichern. Fragen der Kultur, Würde, Lebensqualität mussten bisher hinten anstehen bzw. kamen nicht vor." Gerlinde Breuer, erfahren in diversen Projekten in der Bürgerarbeit: "arbeit für zukunft will auch und gerade diese Aspekte erforschen und erproben. Dass dies ein hochgestecktes Ziel ist, ist uns bewußt. Wir sehen einen weiten Weg und möchten alle dazu einladen, diesen Weg mit uns zu gehen."

Konkret sind Aktionen im Juni geplant, wenn das Bündnis für Arbeit wieder tagt, und zum G7-Gipfel in Köln. Für das nächste Jahr bereitet arbeit für zukunft eine große Aktion in Berlin vor, wenn die Regierung dort angekommen ist. Hearings zu speziellen Themen wie z.B. "Sozialauswahl bei Neueinstellungen" sind in Vorbereitung. Für weitere Informationen steht arbeit für zukunft gerne zur Verfügung.

 


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