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Homepage der Vergessenen

Im Zeitalter des Internet-Barock legt jeder Konzern, jede Einrichtung und jeder Private, der etwas auf sich hält, Wert auf eine eigene repräsentative Homepage. Was im Internet fehlt, sind Vertreter, die sich für die sozialen Anliegen der Schwachen stark machen. Zu wenig Menschen, die für eine freiheitliche und gerechte Sache eintreten, können es sich leisten, mit den Angeboten der kommerziellen und mächtigen Internetdienste mitzuhalten. Die ART Cologne will ich nutzen, als Künstler auf diese Situation hinzuweisen und Wege aufzuzeigen, wie man konkret helfen kann!

Es wird höchste Zeit, dass neben den vielen leeren Internethülsen endlich die Menschen einen Platz finden, deren Lebenswerk es ist oder war, sich für eine soziale Aufgabe und für die Menschenrechte uneigennützig zu engagieren. Auf meinen öffentlichen Bildern im Kölner Stadtgebiet finden sich Internetadressen mit den fremdartigen Namen derer, die in Vergessenheit geraten sollen, wenn es nach dem Willen ihrer Unterdrücker geht. Diesen Persönlichkeiten will ich die Aufmerksamkeit widmen, die sie verdienen.

Gemeinsam mit amnesty international habe ich die Namen von Menschen ausgewählt, die verfolgt, inhaftiert und gefoltert werden, weil sie sich für Menschenrechte in ihrem Land einsetzen. Amnesty international begrüßt diese Aktion als Möglichkeit, eine Öffentlichkeit für diejenigen herzustellen, denen noch geholfen werden kann und muss. Jetzt sind Sie am Zug. Jeder von uns kann durch einen Brief an die betreffenden Stellen helfen, man muss nur zur Tastatur greifen. Dass jeder einzelne Brief den Inhaftierten und Gefolterten hilft, ist erwiesen.

Der Bundesverband der Deutschen Galerien e.V. unterstützt meine Aktion. Er hat mich eingeladen, diese Initiative auch auf seinem Stand im Kölner Messegelände, auf der ART Cologne, vorzustellen. Es erscheint ein spezielles Plakat, das für die Aktion zur ART Cologne herausgegeben wird und am Messestand des Bundesverbandes der Deutschen Galerien zu erhalten ist. Die Homepage für Vergessene soll auch nach der ART Cologne fortgesetzt werden.

Damit nicht nur diejenigen, die Internetzugang haben, durch Briefeschreiben helfen können, kann ich nur bitten: Sagen Sie es weiter! Jede Stimme zählt.

Die Namen und Kurzinfos zu den Menschen, um die es geht, erhalten Sie bei Amnesty international.

  • Ala' Hamed, 61jähriger Schriftsteller, Ägypten (Worldwide Appeals/Briefe gegen das Vergessen, November 1997). Veröffentlichte den Roman al-Firash (Das Bett), der als unmoralisch und unwürdig bezeichnet wurde.
  • Olusegun Obasanjo, Nigeria (Worldwide Appeals/Briefe gegen das Vergessen November 1997). Ehemaliger General, der 1979 die Macht an eine Zivilregierung abgab. Zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er die jetzige Regierung aufforderte, die Macht ebenfalls an eine demokrtische Regierung abzugeben.
  • Elsa Constanza Alvarado, Universitätsprofessorin, Kolumbien (Worldwide Appeals/Briefe gegen das Vergessen, Oktober 1997). Arbeitete für das "Centro de Investigación y Educación Popular" (CINEP), eine der ältesten und angesehensten Menschenrechtsorganisationen Kolumbiens. Wurde am 19. Mai 1997 von paramilitärischen Kräften, vermutlich Angehörigen der Sicherheitskräfte in ihrem Haus mit Maschinenpistolen erschossen.
  • Aziz Durmaz, Türkei (Worldwide Appeals/Briefe gegen das Vergessen, Oktober 1997). Vorsitzender des Büros des Türkischen Menschenrechtsvereins in Sanliurfa. Verhaftet am 24. Juni. Vorwurf: Kontakte zur PKK. Wurde gefoldert.
  • Evans Kanini, Journalist, Kenia (Kenia-Kampagne). Wurde wiederholt verhaftet, geschlagen gefoltert, erhielt Morddrohungen. Wurde auf Betreiben von Politikern nach 15 Jahren Tätigkeit für die Tageszeitung "The Daily Nation" gekündigt.
  • Josephine Nyawira Ngengi, Menschrechtlerin, Kenia (Kenia-Kampagene). Zwei Jahre inhaftiert, in der Haft schwer gefoltert. Mitarbeiterin der Menschenrechtsinitiative "Release Political Prisoners" (RPR).
  • Todor Bogdanovic, 8 Jahre, Roma (Kampagne Flüchtlingskinder). Von französischen Grenzsoldaten am 20.08.95 an der italienisch-französischen Grenze erschossen. War mit seinen Eltern auf der Flucht aus Sandzak, Serbien.

Danke an diejenigen, die spontan und unkompliziert mitgeholfen haben: Fa. gekko, Druckerei Leppelt, Bonn, Fa. PrePrintPartner, Köln, Fa. Freytag & Petersen, Köln, Bundesverband der Deutschen Galerien, Stadt Köln, Amt für U-Bahn- und Brückenbau, netcloud J. Patzer.


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Homepage of the Forgotten People

German media artist Hermann Josef Hack wants to place websites into public awareness that represent the names of persons that nobody does expect in the multimedia circus.

Meanwhile nearly everbody is used to the appearence of the typical "www..."-adresses in public space. They intend to attract people's attention mainly for commercial purposes.

Hack uses this way at the actual state for quite another access. At public places in the City of Cologne, especially at the "Hohenzollernbrücke", the railroad-bridge connecting Cologne Main Station with the Cologne ART fair you will find billboards with special internet adresses. If you type them into your pc you will be connected to amnesty international, because the name of each website represents one person who is supported by the organisation for human rights.

The Homepage of the Forgotten People is a temporarely hosted project, lasting until November 19, 1997, for the duration of the ART Cologne. The project is also recommended by the Federal Association of German Galleries, presenting a special digital art-teaching program and ART Cologne Multimedia.

A special poster edition is made by Hack stamped and signed by the artist. The income will be donated to amnesty international.


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Hermann Josef Hack